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Tageshexagramm 15. April 2017

Tageshexagramm 15. April 2017

Hex 48 – Der Brunnen

Ungenutzte Potentiale zutage fördern Kraft des Vertrauens
Thema des Zeichens

Die Hauptstädte wurden im alten China zuweilen verlegt, teils aus Gründen der Gunst der Lage, teils bei dem Wechsel der Dynastien. Der Baustil wechselte im Lauf der Jahrhunderte, aber die Form des Brunnens ist von uralter Zeit bis auf den heutigen Tag dieselbe geblieben. So ist der Brunnen ein Bild der gesellschaftlichen Organisation der Menschheit in ihren primitivsten Lebensnotwendigkeiten, die von allen politischen Gestaltungen unabhängig ist. Die politischen Gestaltungen, die Nationen wechseln, aber das Leben der Menschen mit seinen Erfordernissen bleibt ewig dasselbe. Das läßt sich nicht ändern. Dieses Leben ist auch unerschöpflich. Es wird nicht weniger noch mehr und ist für alle da. Geschlechter kommen und gehen, und sie alle genießen das Leben in seiner unerschöpflichen Fülle.

Für eine gute staatliche oder gesellschaftliche Organisation der Menschen ist aber ein Doppeltes nötig. Man muß bis auf die Grundlagen des Lebens hinuntergehen. Alle Oberflächlichkeit in der Lebensordnung, die die tiefsten Lebensbedürfnisse unbefriedigt läßt, ist ebenso unvollkommen, als hätte man gar keinen Versuch zur Ordnung gemacht. Ebenso ist eine Fahrlässigkeit, durch die der Krug zerbricht, vom Übel. Wenn z. B. der militärische Schutz eines Staates so übertrieben wird, daß er Kriege hervorruft, durch die die Macht des Staates vernichtet wird, so ist das ein Zerbrechen des Krugs. Auch für den einzelnen Menschen kommt das Zeichen in Betracht. So verschieden die Anlagen und Bildungen der Menschen sind, die menschliche Natur in ihren Grundlagen ist bei jedem dieselbe. Und jeder Mensch kann bei seiner Bildung aus dem unerschöpflichen Born der göttlichen Natur des Menschenwesens schöpfen. Aber auch hier drohen zwei Gefahren: einmal, daß man in seiner Bildung nicht durchdringt bis zu den eigentlichen Wurzeln des Menschentums, sondern in Konvention steckenbleibt — eine solche Halbbildung ist ebenso schlimm wie Unbildung —, oder daß man plötzlich zusammenbricht und die Bildung seines Wesens vernachlässigt. (Aus: I Ging – Richard Wilhelm)

Während der Tiegel des Hexagramms 50 das Gefäß symbolisiert aus dem die Würdigen gespeist werden, gilt der Brunnen als Lebensborn, aus dem alle Menschen schöpfen. Er ist die Quelle unerschöpflicher Nahrung, der tiefste Sinn menschlicher Entwicklung und Bewusstwerdung, die fruchtbare Grundlage des Seins. Aber nur wenn das Wasser an seinem Grund klar und rein ist, das Brunnngemäuer fest und stabil und der schöpfende Eimer völlig intakt, wird es gelingen das kostbare Nass aus der Dunkelheit des Brunnenschachtes nach oben zu heben und für sich und die Menschen nutzbar zu machen. Deshalb muss der Edle, will er ein inspirierender Quell der Erfrischung sein, sich zunächst über die Natur des eigenen Wesens Klarheit verschaffen. Muss dem Eimer gleich an der seelischen Nabelschnur hinabtauchen in den eigenen Brunnenschacht, um sich zu reinigen und erneuern zu lassen. Nur wenn er seine ureigene Lebensmotivation erkannt und nach oben geborgen hat, kann er selbst zum inspirierenden Brunnen werden, der die menschliche Gemeinschaft in all ihren Teilen erfrischt.

Egal, welche charakterlichen Anlagen sich in einem Menschen ausgebildet haben, welche Kenntnisse er besitzt, alle Seelen nähren sich aus der Wurzelkraft der Tiefe, sind durstig danach, das heilige Wasser ihrer schöpferischen Natur zu bergen, sich durchzubeißen zum Licht der Bestimmung um zu wachsen. Denn in ihren natürlichen Ursprüngen unterscheiden sich die Menschen nicht (sie leben alle aus der schöpferischen Kraft), auch wenn die Art und Weise des Schöpfens aus dem göttlichen Wesensquell entsprechend der Veranlagung ganz verschieden ist. (Aus: I Ging – Das Buch vom Leben – Rene van Osten)

Die Wandlungen des Zeichens durch den Tag

Linie 1: 23–03 Uhr
Wer sich in den Niederungen des Lebens herumtreibt, kann den hohen Zielen nicht mehr nutzen

Aus einem Brunnen dessen Wasser ungenießbar ist, trinken nicht einmal die Tiere. So ergeht es auch einem Menschen, der sein Leben im sumpfigen Untergrund der Gesellschaft verbringt. Seine oberflächliche Art zu denken und zu handeln, entfremdet ihn den Menschen, so dass er unbrauchbar wird und letztendlich keine Beachtung mehr findet.

Linie 2: 03–07 Uhr
Wer es nicht versteht seine Fähigkeiten nutzbringend einzusetzen, bleibt unerkannt

Im Gegensatz zum oberflächlichen Charakter am ersten Platz, ist dieser in seinem Wesen klar und positiv motiviert. Weil er seine guten Gaben aber nicht nutzbringend einzusetzen weiß, bleibt die Beachtung von oben aus (es fehlt ihm die Motivation sich den Einflussreichen zuzuwenden). Statt dessen wendet er seine Aufmerksamkeit nach unten, den Gemeinen und Ungebildeten zu, die ihn auslaugen, so dass sich seine ganzen klaren Eigenschaften langsam verbrauchen.

Linie 3: 07–11 Uhr
Auch wenn man das angestrebte Ziel im Moment nicht erreicht, kann man an anderer Stelle wertvolle Dienste leisten

Es ist hier eine innerlich reiche und charakterstarke Persönlichkeit gezeigt, deren Qualitäten durchaus geeignet wären, Großes zu bewirken. Doch leider bleiben die Ohren derjenigen verschlossen, deren Unterstützung sie gebrauchen könnte. Vielleicht gelingt es ihr durch Vertiefung die Hintergründe dieser Situation ans Licht zu bringen, so dass sie doch noch gute Fortschritte erzielten kann.

Linie 4: 11–15 Uhr
Wer seinen Brunnen reinigt, bevor er andere daraus nährt, schafft sich erfolgreiche Grundlagen

Wenn man wirklich etwas leisten will, muss man sich von Zeit zu Zeit aus dem öffentlichen Leben zurückziehen und sich der Klärung des inneren Wesens widmen. Dadurch stärkt man seinen Charakter für die Gefahren des täglichen Lebens und verhindert, dass sich größere Schäden wiederholen.

Linie 5: 15–19 Uhr
Wer den Schlüssel zu den Schätzen des Lebens hat, muss sie den Menschen zugänglich zu machen

Zwar hat dieser fruchtbare Lebenspender das Herz am rechten Fleck, ist jedoch entsprechend seinem vorsichtigen Wesen etwas zu misstrauisch gegenüber entfernter stehenden Menschen, von denen er glaubt, sie könnten sein wertvolles Wissen benützen und sinnlos verschwenden. Doch um Wissen zu verbreiten (um andere zu inspirieren), muss es für alle Menschen zugänglich sein, damit es sich im täglichen Leben nutzbringend bewähren kann.

Linie 6: 19–23 Uhr
Wer sich dem Geist des Brunnens zuwendet, der wird die Schätze des Lebens finden

Wer sich dem Geist des Brunnens (der Sinnfindung und höheren Bewusstwerdung) zuwendet, findet ungehinderten Zugang zu allen Schätzen des Lebens. Je mehr er von diesen in sich aufnimmt, desto mehr gewinnen sie an Wert (für sich und andere).

Attribute zum Zeichen

Der seelische Haushalt • die Quelle des Lebens • Zugang zum Unbewussten • das Essenzgefäß • die persönlichen Inhalte • die unerkannten Energiereserven • der Lebensinhalt • das Gemäuer des Ich • der Bezug zum feinstofflichen Ursprung

Trigramme

OT: Kan – Das Wasser
UT: Sun – Der Wind

Himmelsstamm & Erdenzweig

+WM Wasser Affe
1932 ¦ 1992 ¦ 2052

Zauberschildkröte

Organ: Blase
Bl66l | Lu5r | Dü2l | Le8r

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